10 Fragen an... Ursula Strauss

10 Fragen an… Ursula Strauss

 

  1. Sie sind eine der berühmtesten Schauspielerinnen Österreichs. War die Schauspielerei immer schon Ihr Berufswunsch? Falls nein, warum haben Sie sich trotzdem dafür entschieden?

    Ich hatte auch als Kind schon großen Spaß an Rollenspielen. Ich wusste damals allerdings nicht, dass man seine Leidenschaft auch zum Beruf machen kann und habe den Wunsch, mich auf diese Art auszudrücken, lange unterdrückt. Irgendwann hat mich mein inneres Selbst dann wieder darauf aufmerksam gemacht und ich habe mich für die Aufnahmsprüfung angemeldet.


     
  2. Wie sind Sie mit der Schauspielerei in Kontakt gekommen?

    Bei den Pfadfindern, der Jungschar beim Spielen mit den Siedlungskindern, eigentlich überall, wo gespielt wurde. Ich hatte als Kind bzw. Jugendliche keinen Zugang zu professionellen Einrichtungen.


     
  1. Was sind für Sie die schönen und die eher negativen Seiten an Ihrem Beruf?

    Die Schauspielerei ist ein sehr fordernder und anstrengender Beruf, oft oberflächlich und man hat es viel mit Eitelkeiten zu tun. Aber jeder Beruf hat seine schwierigen Seiten und das ist auch gut so. Denn durch die Anstrengung bleibt man wach und offen und letztendlich auch am Boden. Abgesehen davon überwiegen die schönen Seiten und ich bin sehr dankbar über die vielen besonderen Momente, die mir die Arbeit mit Menschen und an so vielen Geschichten schon geschenkt hat.


     
  1. Haben Sie sich das Berufsleben in Ihrem Beruf anders vorgestellt, als Sie es jetzt erleben? Falls ja, welche positiven oder negativen Unterschiede gibt es zwischen Vorstellung und Realität?

    Ich hatte eigentlich gar keine Vorstellung von dieser Welt und bin ganz naiv und offen einfach hineingestolpert. In den letzten Jahren bemerke ich allerdings eine weniger positive Entwicklung. Kreative Arbeit braucht Zeit, um sich entfalten zu können und diese Zeit wird knapper. Es herrscht ein zunehmend immer höherer Druck, in immer kürzerer Zeit Content zu entwickeln. Das zeigt sich dann leider oft im Ergebnis. Phantasie wird nicht gerne zeitlich reguliert.


     
  2. Sie sind eine vielseitige Künstlerin – Schauspielerin, Sängerin, Intendantin – was davon machen Sie am liebsten?

    Genau diese Vielfalt macht es für mich erst richtig spannend. Jede dieser Aufgaben erfüllt mich auf ihre Weise.


     
  1. Inwiefern sind Sie durch die Corona-Pandemie eingeschränkt? Wie hat Corona insbesondere Ihre Arbeit als Intendantin von „Wachau in Echtzeit“ beeinflusst?

    Ich kann meinen Beruf nicht ausüben. Ich musste ungefähr 30 Lesungen und Liederabende absagen. „Wachau in Echtzeit“ wurde leider nach drei Veranstaltungen auch abgesagt. Es ist eine sehr fordernde und schwierige Zeit für uns alle und viele Künstlerinnen und Künstler treibt diese Situation in eine schwere Existenzkrise.


     
  2. Wenn Sie auf Ihre Schulzeit zurückblicken, was waren die schönen und die eher negativen Seiten?


Als negativ habe ich besonders die Zeit meiner Pubertät in Erinnerung. Ich fühlte mich oft unsicher und litt teilweise unter sozialem Druck. Aber ich habe auch viele gute Erinnerungen an manche Lehrer und natürlich an viele Freundinnen, von denen manche auch heute noch Teil meines Lebens sind. Ahja und ich habe Mathematik gehasst. Heute finde ich das schade, denn Mathematik ist eigentlich sehr spannend. Das konnte mir mein Lehrer damals nicht vernünftig vermitteln.

 

  1. Welche Bedeutung hat und hatte in Ihrem Leben bisher das Lernen?

    Lernen zu dürfen ist ein großes Privileg. Als SchülerIn ist man oft genervt davon, weil der Druck oft groß ist und man nicht versteht, dass der Satz „Nicht für die Schule, für einen selbst und das Leben lernen wir“ tatsächlich stimmt. Aber zum Lernen ist es nie zu spät und es begleitet einen im besten Fall bis zum letzten Atemzug.


     
  2. Welche Tipps könnten Sie uns SchülerInnen anhand Ihrer bisherigen Laufbahn geben?

    Glaubt an euch selbst, geht euren Weg, auch, wenn er ungewöhnlich scheint, schätzt und respektiert das Leben und eure Mitmenschen und vergesst nicht, dass die Zeit kostbar ist und dazu neigt, schnell zu vergehen.


     
  3. Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?

    Wenn ich das jetzt schon wüsste, wäre mir todlangweilig.

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