I can't breathe

George Floyd

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Das Redaktionsteam hat sich dazu entschlossen, einen Beitrag zu der aktuellen Situation in den USA und weltweit zu verfassen.

Nach dem Mord an Ahmaud Arbery im Februar und dem darauffolgenden Strafprozess für die Täter, war die Stimmung in den USA schon angeheizt. Das, was sich nun am 25. Mai in Minneapolis zugetragen hatte, brachte das Fass endgültig zum Überlaufen.

George Floyd wurde auf offener Straße von einem Polizisten so schwer am Nacken verletzt, dass er daraufhin an den Folgen im Krankenaus verstarb. Er wurde verhaftet, weil er, laut Aussage eines Verkäufers, mit einem gefälschtem 20 Dollar Schein gezahlt haben soll. Die Polizei hat ihn daraufhin festgenommen und George Floyd hat sich laut Polizeiangabe gewehrt. Dies nahmen die Polizisten zum Anlass, ihn auf den Boden zu drücken und einen Polizisten auf seinen Nacken knien zu lassen. Nach mehrmaligen: „Bitte, ich bekomme keine Luft!“ wurde er nicht freigelassen. Langsam wird sein Körper schlaff und die umstehenden Menschen hysterischer. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert und starbt kurze Zeit später.

Vielleicht habt ihr das Video gesehen, vielleicht auch nicht. Ihr habt das oben Geschriebene aber sicher schon oft in den letzten Tagen gelesen, einmal ausführlicher oder einfach nur die Schlagzeilen. Und ich glaube, ich muss euch auch nicht erzählen, dass die USA wortwörtlich „on fire“ ist und tausende Menschen protestieren. Rassismus ist allgegenwärtig, überall und das wird sich nicht ändern solange nicht jeder einzelne von uns an sich arbeitet und wir uns alle gegenseitig mit Respekt begegnen.

 

 

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Ein kleiner Gedanke dazu:

Die Leute, die in den USA und überall sonst auf der Welt auf die Straßen gehen nennen es oft: „The beginning of the change“. Was eine gute Sache ist, eine tolle Sache genauer gesagt, aber wenn dieses sensible und so wichtige Thema missbraucht wird, um Gewalt auszuüben, andere Menschen zu beleidigen und noch mehr Hass zu verbreiten, ist das keine vielversprechende Wende.

Die Menschen sind wütend, aus gutem Grund. Menschen zu unterdrücken, zu beleidigen und auszubeuten, weil sie eine dunkle Hautfarbe haben ist grausam. Es ist grausam und doch handelt die Menschheit so seit Jahrhunderten. Wir unterdrücken diese Menschen, geben ihnen erniedrige Spitznamen und demütigen sie. Menschen mit schwarzer Hautfarbe leben in Angst und das tagtäglich. Ich bin weiß und deswegen weiß ich nicht wie sich das anfühlt, keiner von uns Weißen kann es wissen oder sich vorstellen, doch können wir aufhören hinzunehmen wie es ist und wie gehandelt wird.

Wir können anfangen uns zu ändern. Uns selbst, unsere Familie, unsere Bekannten. Wir können anfangen darüber zu reden und anfangen zu handeln.

Noch einmal: Die Menschen sind wütend. Und leider handeln Menschen dann unbedacht und Situationen eskalieren. Wir sollten uns aber fokussieren und bedacht handeln, denn dieser „change“ braucht Handlung, allerdings nicht in Form von zielloser Gewalt, sondern da, wo wir wirklich etwas bewirken können.

Wie zum Beispiel, indem wir spenden, an Organisationen, die gezielt gegen Rassismus vorgehen.

Ihr findet genauere Informationen auf den Homepages..

https://www.zara.or.at/de

https://blacklivesmatter.com/

https://www.communityjusticeexchange.org/nbfn-directory

https://www.amnesty.at/media/2386/opfer-oder-verdaechtige-eine-frage-der-hautfarbe_fragen-und-antworten.pdf

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Dieses Video ist voller Ads. Man kann es im Hintergrund laufen lassen, das Geld, das der Kanal von YouTube bekommt wird an Organisationen gespendet, die Protestanten und Familienmitgliedern von Opfern helfen

Wir können uns informieren und dazu lernen, dieses Wissen weitergeben und das Thema Rassismus nicht zu einem Tabuthema machen. Wir können friedlich demonstrieren gehen und ein Zeichen dafür setzen, dass wir hinter den Menschen stehen, die in unserer Gesellschaft unterdrückt und ungerecht behandelt werden.

Wir können ALLE etwas zu diesem „change“ beitragen und uns immer noch mit Respekt begegnen.

 

 

Ein anderer Gedanke (von Clara Kreutzer)

George Floyd ist kein Einzelfall, seit Jahren werden dunkelhäutige Menschen von der Polizei stärker verfolgt, es wird brutaler mit ihnen umgegangen und sie werden teilweise, mit der Begründung auf Selbstverteidigung umgebracht , in Amerika und auch in Österreich. Menschen werden aufgrund von systematischem Rassismus innerhalb der Polizei, der Politik und der Gesellschaft erschossen, erschlagen und erstickt und das hinter dem Deckmantel von polizeilicher Autorität und Sicherheit. Es wird runter geredet, entschuldigt, als fahrlässige Tötung, als eskalierte Amtshandlung, das habe nichts mit Hautfarbe zu tun, weil es für manche einfacher ist Rassismus zu übersehen und sich vorzumachen, dass wir bereits in einer Welt leben, in der alle dieselben Chancen haben.

 

Marcus Omofuma: wurde während er abgeschoben wurde gefesselt und geknebelt und ist dann erstickt. Die zuständigen Polizisten waren wegen fahrlässiger Tötung acht Monate lang in Haft

 

Cheibani Wague starb, nachdem ein Polizist auf ihm kniete und der Notarzt nicht half

 

Bakary J.: wurde von Polizisten misshandelt

 

Mike Brennan: wurde mit einem Drogendealer verwechselt und ist deshalb von Polizisten in der U-Bahn zusammengeschlagen worden

 

 

Ja, sicher all lives matter, aber genau deshalb heißt es jetzt Black Lives Matter, weil momentan werden Schwarze von der Polizei und der Gesellschaft gezielt diskriminiert. Rassismus nicht anzuerkennen und zu sagen „ja aber eigentlich sind wir alle gleich, warum muss man für sowas protestieren“ und das eigene white privilege zu leugnen, weil es leichter ist, ist indirekt rassistisch. Es kommt von einem privilegierten Punkt, sich jetzt in den Vordergrund zu rücken und sich darüber zu beschweren, dass nicht auch für Weiße protestiert wird. Ich bin weiß und ich bin privilegiert.

Du hast diese Probleme nicht, wenn du weiß bist, die Polizei sieht dich nicht als größere Gefahr, weil du weiß bist, du wirst nicht komisch angeschaut, weil du weiß bist, das System läuft nicht gegen dich, wenn du weiß bist, du wirst nicht umgebracht, weil du weiß bist.

Es geht jetzt nicht darum, dass wir alle gleich sind, sondern dass Menschen diskriminiert werden, weil das System uns nicht als gleich ansieht, deshalb muss protestiert werden. Black Lives Matter.

Polizeigewalt ist ein großes Problem und die Tatsache, dass, wenn man dagegen protestiert, dieser auch zum Opfer fällt, ist erstens ein Angriff auf Meinungsfreiheit und zeigt zweitens, wie korrupt unser System ist. Protestanten, die in Amerika niedergeschlagen und mit Tränengas besprüht werden, das sind absurde Bilder. Deshalb muss man auf die Straße gehen, weil man auch dafür kämpfen muss, gehört zu werden, dafür kämpfen muss, dass Opfer anerkannt werden.

Video davon, wie die Polizei mit Protestanten umgeht: https://www.washingtonpost.com/video/national/in-us-cities-police-use-pepper-spray-stun-guns-and-tear-gas-on-protesters/2020/05/31/fdf636f9-73b7-4f90-8fbd-8887d7ef79a7_video.html

 

Heute ist um 17:00 in Wien am Platz der Menschenrechte eine Demonstration:

https://de-de.facebook.com/mireille.ngosso.1010/photos/pcb.554300641951680/554300621951682/?type=3&theater

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