Fleischkonsum

und wieso man etwas dagegen tun sollte

 

 

Es ist billig und es schmeckt.

Rund 95 Kilo Fleisch verbraucht ein Österreicher durchschnittlich im Jahr.

(nach Agrarmarkt Austria (AMA), Stand 2019)

 

 

Ihr kennt doch sicher, das kleine „Schweinderl“ aus der Ja! Natürlich-Werbung: Das süße Schweinchen aus der Werbung kann (fast) jeder leiden. Es läuft mit dem Bauern fröhlich durch eine Bilderbuchversion eines Bauernhofes, die nichts, aber auch gar nichts, mit der Realität zu tun hat. Es wird nicht geschlachtet, sondern lebt bis zu seinem natürlichen Tod auf einem Bio-Hof. Anders als rund fünf Millionen seiner Artgenossen Jahr für Jahr. Durchschnittlich wird alle neun Sekunden in Österreich ein Schwein geschlachtet, knapp über eine halbe Million Tonnen „Schweinefleischanfall“, wie es im Fachjargon heißt, gab es 2017. Dazu kamen rund 680.000 geschlachtete Rinder und fast 84 Millionen Hühner.

 

Die Entwertung von Lebewesen ist schon so weit fortgeschritten, dass ein ganzes Kalb weniger kostet als ein Schnitzel. Diese systematische Verramschung von Tieren ist ein Skandal. Konzerne möchten, dass wir glauben, wir könnten die Welt nur an ihren Kassen verändern – und nur, weil sie so gut daran verdienen. Wir sind aber keine Konsumenten, sondern Menschen. Die Regeln, wie mit Tieren und der Natur umgegangen werden darf, müssen wir als Bürger und Bürgerinnen machen. Wir dürfen das auf keinen Fall länger den Profiteuren von Tierleid und Naturzerstörung überlassen. Konzerne, die hohe Profite mit der Misshandlung von Tieren und der Zerstörung der Natur erzielen, sollten verpflichtet werden, die wahre Herkunft ihrer Produkte offenzulegen. Erst wenn diese Transparenz besteht, können wir von bewusstem Konsum sprechen.

 

Bei der Misshandlung von Tieren, der Gesundheitsgefährdung von Menschen hört sich der Spaß auf. Die Funktionäre der Wirtschaftskammer müssen den Weg freimachen für eine Kennzeichnungspflicht, auch in der Gastronomie. Statt nur darauf zu warten, dass Millionen ihr Konsumverhalten ändern, sollte die Politik den Konzernen endlich einen Riegel vorschieben. Die Misshandlung von Tieren, die Zerstörung der Natur und die Ausbeutung von Arbeitern gehören beendet, nicht auch noch staatlich gefördert.

Wir sehen das Elend der Tiere in der Massentierhaltung, die Zerstörung der Natur und die Gefahren für die Gesundheit. Was muss noch passieren, bis der gesunde Menschenverstand obsiegt? Im Tierschutzgesetz wird von „Mitgeschöpfen“ gesprochen. Wenn wir das ernstnehmen, dann haben wir nicht das Recht den Tieren Schmerzen, Angst und Leid zu bereiten. Das bedeutet für mich, dass wir das System Massentierhaltung überwinden müssen. Wenn wir uns vor Augen halten, dass es auch bei uns Millionen Tiere gibt, etwa Schweine, Kälber und Küken, die immer noch täglich Schmerzen erleiden, die Teil einer Ausbeutungsmaschinerie sind, stelle ich mir die Frage; Ist das wirklich notwendig? Ich sehe im gegenwärtigen System nur Verlierer. Die Tiere verlieren, die Umwelt verliert, die heimischen Bauern verlieren, die nachfolgenden Generationen verlieren. Wir müssen das System ändern, Wir müssen uns doch zumindest darauf einigen, dass das, was im Gesetz steht, endlich auch entsprechend gelebt wird.

 

Es gibt kein Fleisch von glücklichen Tieren – nur von toten. Der Konsum von Fleisch, Milch und Eiern ist keine Lebensnotwendigkeit, sondern Luxus, Gewohnheit - und überflüssig. Wir nutzen, quälen und töten Tiere, weil unser Geschmack darauf trainiert ist, weil wir es von Kindesbeinen an gewohnt sind und es als Zeichen von Wohlstand betrachten – und nicht, weil es so sein muss. Es ist mittlerweile 2020 und wir haben demnach auch einige Möglichkeiten, unsere Ernährung unseren derzeitigen Lebensumständen anzupassen. In jedem Biologiebuch, auch in unserem, kann man lesen, dass ein Mensch alle essentiellen Nährstoffe aus Pflanzen bekommen kann und genau das kann man mit der richtigen Ernährung auch umsetzen.

Der Hauptgrund, wieso ich mich vegan ernähre, sind natürlich die Tiere. Ich finde es einfach moralisch nicht richtig, andere Lebewesen, auch Menschen, für meinen Luxus leiden zu lassen, wenn es auch andere Wege gibt, mit denen ich vollkommen zufrieden bin und niemand darunter leidet. Aber selbstverständlich gibt es noch mehr Faktoren, die meinen Entschluss bewegt haben: Nicht nur der einzelne Mensch, oder die Tiere leiden, sondern auch die ganze Menschheit:

 

-       Durch den massiven Antibiotika-Einsatz in den Stallanlagen können wir Menschen Resistenzen entwickeln. Relativ harmlose bakterielle Infektionen können so unter Umständen nicht mehr behandelt werden und im Ernstfall sogar zum Tod führen. Verarbeitetes Fleisch wie Wurst und Schinken wurde von der Weltgesundheitsorganisation WHO sogar als krebserregend eingestuft.

                                           

-       14,5 Prozent der globalen Treibhausgase werden von der Tierwirtschaft verursacht – das ist mehr als der gesamte Verkehrssektor zusammen. Die Gase, welche durch das Abholzen der Wälder für Weideflächen und den Futtermittelanbau entstehen, treiben den Klimawandel immer weiter voran.

 

 

Ich sage nicht direkt, dass man seinen Fleischkonsum direkt einstellen muss und soll, da diese Entscheidung jeder alleine für sich treffen muss, aber dass man sehr wohl darauf achten kann, was genau man eigentlich konsumiert und vor allem wer darunter leiden könnte (nenne deinen Fleischkonsum nicht „Meinung“, weil du kannst nichts eine „Meinung“ nennen, wenn anderen dadurch Leids getan wird). Tiere können nicht für sich selbst sprechen - deshalb ist es so wichtig, dass wir als Menschen unsere Stimme für sie erheben und uns für sie einsetzen. Kein Lebewesen, auch kein Mensch, soll und will als Billigfleisch im Mülleimer enden.

 

 

 

 

 

 

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