Interview mit OSKA

Die Schülerzeitung des BORG Krems hat ein Interview mit der ehemaligen BORG Schülerin Maria Burger alias OSKA ein Interview geführt. Es kam ein interessantes Gespräch über ihre Zeit im Borg, was es heißt Musiker*in zu sein und ihr neues Album zustande.

 

Kannst du dich kurz vorstellen?

Mein Name ist Maria Burger. Ich komm aus dem Waldviertel, das ist so eine halbe Stunde von Krems entfernt aus einer kleinen Ortschaft und wohn mittlerweile aber in Wien, bin 25 und bin Musikerin und Singer-Songwriterin.

Wie bist du zu dem Beruf Singer-Songwriterin gekommen?

Es hat sich schon recht früh abgezeichnet, dass ich gern Lieder schreib und vor allem sing und das ist auch von meiner Familie gekommen. Ich habe angefangen mit 12 Lieder zu schreiben und dann habe ich das als Spaß weiterverfolgt, bin dann ans BORG und in der Zeit habe ich angefangen mehr zu schreiben und viel zu schreiben. Ich glaub mit 16 oder 17 habe ich mir zum ersten Mal gedacht, ich würde das gerne weitermachen, also nach dem BORG vielleicht Musik studieren und mal probieren, was möglich ist und bin da auch ziemlich blauäugig rein. Ich war dann in Wien und hatte das Glück, Menschen kennenzulernen, die das schon länger machen, die mir da auch helfen haben können, weil ich gar nicht gewusst hab, wo soll ich da beginnen und was gehört eigentlich zum Beruf. Und mittlerweile ist es so spannend, weil eben nicht nur Musik machen mein Beruf ist, sondern so ganz viele verschiedene Sachen, also z.B. ein Konzert auf die Beine zu stellen oder eine Website zu machen, also es braucht ganz viele Skills, die nicht unbedingt mit Musik zu tun haben und ich habe das Gefühl, ich find immer mehr heraus, was genau mein Job ist.

Was ist die größte Herausforderung in deinem Beruf?

Zurzeit ist es ein bisschen die Balance zu finden zwischen Arbeit und Freizeit, weil ich sehr Probleme habe, einen Cut zu haben, weil ich keinen Job habe, wo ich um fünf heimkomme und weiß, ich habe Freizeit, sondern es geht dann ewig weiter und da ist es schwierig, den Kopf auch mal auszuschalten, weil es eben immer rennt. Also Abschalten ist eine große Herausforderung zurzeit.

Kannst du dein neues Album kurz vorstellen? Also Entstehung, Bedeutung ect.

Ich glaub ich habe zum ersten Mal mit 15 gesagt, ich hätte so gern ein Album, ich würde gern ins Studio gehen und meine Lieder aufnehmen, das waren zu der Zeit natürlich ganz andere Lieder und dieser Wunsch ist immer größer geworden. Und auch die Arbeit, die in diesem Album steckt, ist wirklich so ein paar Jahre, wahrscheinlich so drei oder vier, in denen ich intensiv nur an dem Album gearbeitet hab. Es ist schwierig das zusammenzufassen, eben weil es so viele Jahre beinhaltet und Songs beinhaltet, die über einen längeren Zeitraumhinweg geschrieben worden sind. Ich würde sagen, die Themen sind sehr persönlich und auch mit mir haben sie viel zu tun. Mit psychischer Gesundheit, aber auch mit Themen, die nicht nur mich beinhalten, ja, es umfasst irgendwie sehr viel, und deshalb ist es auch schwierig für mich ein Dings zu finden. Ich hoff, dass wenn man sich es durchhört, dass es Sinn ergibt.

Hat dir das Schülerin-Sein am BORG in deiner Karriere geholfen?

Ich glaube, das BORG war wahrscheinlich die Institution, die mir am meisten gegeben hat, tatsächlich. Also für mich war Unterstufe bzw. Gymnasium ganz furchtbar. Also ich bin heimkommen und kann mich nicht erinnern, dass ich einmal Hausübung gemacht hätte oder so, also das war für mich so was, was mich gar nicht interessiert. Und familiär wars schwierig irgendwie daheim und ja eine komische Zeit für mich, in der ich viel Musik gemacht hab, was mir auch voll geholfen hat, durch diese Unterstufenzeit zu kommen. Und dann die Oberstufe war für mich so 180 Grad Wende. Es war prinzipiell so was anderes, weil durch die Zweige, glaub ich, haben die Professor: innen schon ein Gespür, was für Leute in den einzelnen Klassen sind, also ob es jetzt kreative Menschen sind ect. Und meine Klasse war auch super, ich habe meine Klasse geliebt, das sind so liebe Menschen gewesen und das macht so alles aus, glaub ich, wenn die Klasse stimmt und voll, ich habe mich einfach wohlgefühlt. Ich habe das Gefühl gehabt, ich werde akzeptiert, so wie ich bin. Und musikalisch hats mir auf jeden Fall was gebracht, weil ich einfach Zeit hatte, viel zu experimentieren und wenig unangenehmes Feedback gekommen ist. Und ich glaub, was einen am meisten einschränkt im kreativen Prozess, ist, wenn ungefragt Meinungen daherkommen oder wenn man klein gemacht wird und ich habe nicht das Gefühl gehabt im BORG, dass mich wer kleingemacht hätte. Und das hat mir glaub ich auch am meisten gebracht, die 4 Jahre, da ist künstlerisch schon relativ viel weitergegangen. Und dann die Zeit in Wien, ich habe ja auch studiert, die 4 Jahre waren nicht so gut künstlerisch gesehen, einfach am Institut selber, in der Freizeit ist hald ur viel weitergegangen in den Jahren, aber die Institution Uni hat mir damals nicht so viel gebracht wie das BORG.

Als du damals im BORG warst, hättest du dir vorstellen können, diesen Beruf wirklich so ausüben zu können, wie du es heute machst?

Ich glaub nicht. Es war auf jeden Fall der Wunsch da. Eine lustige Story: Wir haben in Reli in der 8ten einen Brief geschrieben an uns selber. Ich habe den dann Ende letzten Jahres bekommen und da ist drinnen gestanden, ich hoff es ist in Erfüllung gegangen, der Wunsch, dass du auf der Bühne stehst mit eigenen Liedern und so. Das war mir gar nicht so bewusst, dass ich diesen Wunsch damals so schon gehabt hab, dass hätte ich gar nicht mehr gewusst und dass dann tatsächlich in Erfüllung geht, hätte ich mir nicht träumen lassen, auch dass ich davon leben kann. Es ist unglaublich anstrengend und unglaublich schön, ich könnt mir nix anderes vorstellen, aber es war so ein arger Weg und Prozess dorthin, weil du kannst es hald nirgendwo lernen, das ist ja kein Studiengang, sondern da muss der Antrieb hald selber da sein. Und dass ich die Kraft habe, dass zu machen, habe ich damals nicht geglaubt. Deswegen, voll schön, wies gekommen ist.

Welche Tipps würdest du Schülerinnen und Schülern, die gerade im BORG in die Schule gehen, für die Zukunft geben bzw. was sind generelle Tipps von dir für die Zukunftsgestaltung eines jungen Menschen?

Ich glaub, sich nicht zu sehr zu stressen, wenn man irgendwas noch nicht kann oder hat. Ich komm immer drauf, es kommt immer auf diesen Prozess des Machens an, und das ist das Allerschönste. Sich nicht zu vergleichen, was grade im Kreativen oft so ein Ding ist, dass man dann anfängt, sich zu vergleichen und das ist absolut nicht notwendig. Sich nicht wegen der Schule zu stressen, also Noten oder so, sondern das ist eh dann wurscht, es fragt dich keiner nach deinem Maturazeugnis. Und dass man tatsächlich einfach versucht bestmöglich bei sich zu bleiben und wenn man kreativ arbeiten möchte, sich Menschen zu suchen, die ähnlich denken, also dann im Team zu denken. Und verlässlich zu sein nach der Schule, z.B.: bei Menschen, die man trifft. Einfach nett sein. Meine Band, die ich habe, das sind einfach die liebsten Menschen überhaupt. Und ich würde nie mit jemanden in der Band spielen, der irgendwie ein Ego Mensch ist. Also einfach bei sich sein, lieb, verlässlich, höflich und kreativ sich nicht so dreinreden lassen, sich Dinge nicht so zu Herzen nehmen und wirklich sein Ding zu machen und zu finden. Und das braucht bei manchen ein Jahr und bei manchen brauchts länger und das einfach annehmen und hinnehmen, so wie der Weg hald einfach ist.

Hast du ein besonders lustiges BORG-Erlebnis, das du gerne mit und teilen möchtest?

Ich habe einmal eine Mappe gehabt, wo ich mir alle lustigen Sachen aufgeschrieben hab, die passiert sind während den Stunden. Ich glaub aber wirklich so Erlebnisse und lustige Situationen mit meinen Freunden. Also da waren der Bernie, die Jo und die Kathi und wir waren so eine ziemliche Einheit. Und es war echt eine schöne Zeit einfach, ja, nicht immer ganz so brav zu sein, aber von den Lehrern doch sehr gemocht zu werden, weil wir eh nett waren, das war eigentlich so schön. Es waren die kleinen Dinge, so normale Schulstunden, die dann situationsbedingt einfach lustig waren.

Und zum Schluss, wo siehst du dich in 10 Jahren?

Das ist auch eine gute Frage. Also ich sehe es jetzt nicht als selbstverständlich, dass ich den Beruf, den ich grade mach, mache. Also, dass ich jetzt auch viel spiel und das Album draußen hab und die Möglichkeit hab, viel live zu spielen, ich schätz das sehr. Ich weiß auch, es könnt in 10 Jahren anders ausschauen. Ich versuch das Jetzt einfach zu genießen und weiterhin Musik zu machen, aufzunehmen und versuchen die live zu spielen und dann werde ich sehen, wo es mich hintreibt. Ich würde gern so ein richtig gutes Lied schreiben. So ein Lied, wo ich irgendwann in 15 Jahren zurückblick und sag: „Okay, das war echt ein gutes Lied!“, das wäre so mein Anspruch an mich in den nächsten 10 Jahren. Und auch einfach noch ein bisschen zu wachsen und auch als Mensch viele Erfahrungen zu machen. Ab morgen bin ich weg auf Europatour und hab aber auch nicht die Möglichkeit gehabt, so viel zu reisen in den letzten Jahren und das würde ich gern nachholen bzw da auch als Person zu wachsen und zu sehen, wo es mich hintreibt. Und mir nicht zu viel Stress zu machen, das wär so mein Ziel in den nächsten 10 Jahren.

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